Erläuterungen

Diese Übungen sollen das Grundtonbewusstsein trainieren und stärken. Die nacheinander erklingenden Töne sollen nicht direkt aufeinander, sondern jeder Ton auf ein und denselben Grundton bezogen werden. Du musst diesen Grundton innerlich fixieren als »gefühlten« Orgelpunkt, so dass du jeden neu erklingenden Ton sicher und schnell auf diesen Grundton beziehen kannst. Es erklingen immer nur die sieben verschiedenen Töne einer diatonischen Dur oder Moll-Skala (aeolisch, harmonisch und melodisch Moll). Jeder Ton soll als diatonische Stufe, bezogen auf den Grundton, wahrgenommen werden. Diese diatonischen Stufen bezeichnen wir durch die Zahlen 1, 2, 3, 4, 5, 6 und 7.

Es kann sehr sinnvoll sein, bei diesen Übungen nur die Zahlen ohne entsprechende Töne zu notieren. (Dies ist auch bei den tonalen Akkorden sinnvoll, wo nur das Akkordsymbol ohne die einzelnen Töne notiert werden kann.) Dies hat den Vorteil, dass du dich stärker auf die Grundtonbeziehung der Töne konzentrieren musst und nicht in Versuchung gerätst, zu sehr auf die »direkten« Intervalle der nacheinander erklingenden Töne zu hören. Diese direkten Intervalle sind zwar auch wichtig (s. Übung »Intervalle«), aber bei der Übung »Diatonische Stufen« geht es primär um das Erkennen der Beziehung jedes Tones zum Grundton.

Selbstständiges Üben:

1.) Du kannst jede notierte Zahlenreihe vom Blatt singen. Beachte dabei nicht die Noten der Partitur, sondern einzig die Zahlen. Dabei spielt es keine Rolle, in welcher Oktavlage du die Töne singst, ob du also von Ton 4 zu Ton 6 aufwärts oder abwärts singst. Orientiere dich stets am Grundton und am Quintton (5), den beiden wichtigsten Tönen. Du solltest in der Lage sein, eine Zahlenreihe mit Tempo 60 zu singen, also eine Zahl pro Sekunde. Das Zahlensingen kann auch mit Würfeln, Telefonnummern usw. geübt werden.

2.) Allein oder zu zweit mit Klavier: Blind eine beliebige weiße Taste anspielen und auf C-Dur beziehen. Beginne zuerst mit Tönen innerhalb einer Oktave in mittlerer Lage (c’-c''). Anschließend kannst du den Ambitus vergrößern, bleibe aber in mittlerer Lage. Erst wenn du auf diese Weise die Töne rasch benennen kannst (innerhalb von zwei Sekunden), kannst du weiße Tasten über die gesamte Klaviatur anspielen.